• Thomas Knauer

    Kaufpreisrisiken managen in unsicheren Zeiten: Was bringen Earnout-Klauseln?

    Die Einigung auf einen einvernehmlichen Kaufpreis für ein Transaktionsobjekt ist für die Vertragsparteien oft die größte Herausforderung im M&A-Prozess. Ursächlich hierfür sind insbesondere divergierende Einschätzungen bezüglich der künftigen Unternehmensentwicklung, welche die Basis für die Unternehmensbewertung darstellt. Regelmäßig wird die Zukunft dabei vom Verkäufer rosiger gesehen als vom potenziellen Käufer. Besonders evident wird diese Problematik in Phasen großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Aus Käuferperspektive stellt sich deshalb regelmäßig die Frage, inwiefern durch den Einsatz von Earnout-Klauseln Kaufpreisrisiken reduziert werden können.

  • Die makroökonomischen Kosten des aktuellen Deglobalisierungstrends

    Der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China sind Beispiele von aktuellen politischen Entwicklungen, die zu einem globalen Deglobalisierungstrend führen könnten. Stehen wir vor dem Ende der Globalisierungswelle, die seit dem Ende des zweiten Weltkriegs die Welt dominiert hat?

  • Stefan Bruckbauer

    Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen

    Bisher brachte das zweite Halbjahr 2019 nicht die erhoffte Entlastung der Weltwirtschaft, im Gegenteil, einige Konflikte haben sich in den letzten Wochen eher verschärft als reduziert. Dementsprechend kam es beim realen globalen Warenhandel erneut zu einem Rückgang, wobei besonders die Dynamik in den Schwellenländern sich reduzierte. Dazu kam noch der Angriff auf die Ölproduktionsanlagen Saudi Arabiens Mitte September, dessen langfristige Folgen derzeit noch nicht abschätzbar sind.

  • Philipp Steinberg

    Eine strategische Industriepolitik für das 21. Jahrhundert

    Die aktuellen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen erfordern eine strategische Industriepolitik, die den neuen Herausforderungen gerecht wird. Eine strategische Industriepolitik ist in der digitalisierten Plattformökonomie des 21. Jahrhunderts, die von Netzwerkeffekten und Pfadabhängigkeiten dominiert wird, vor allem deswegen unabdingbar, weil Investitionen mit großer Unsicherheit über die Zukunft und mit hohen Risiken verbunden sind.

  • Justus Haucap

    Kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht im digitalen Zeitalter

    Wie die Marktmacht von großen Internetkonzernen wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) wirksam beschränkt werden kann und einem etwaigen Missbrauch von Marktmacht gerade bei digitalen Plattformen wirksam Einhalt geboten werden kann, ist aktuell Gegenstand zahlreicher Gutachten und Literaturbeiträge. Exemplarisch genannt seien lediglich Schweitzer et al. 2018, ACCC 2018, OECD 2018, Crémer, de Montjoye & Schweitzer 2019 sowie Furman et al. 2019. Während sich die Beiträge in ihrem Fokus, ihrer Analyse und vor allem ihren Empfehlungen stark unterscheiden, gibt es auch bedeutende Gemeinsamkeiten.

  • Christoph Herrmann

    EU-Investment Screening Verordnung – Bleiben „Leifeld“ & Co in der Union?

    Mit dem stetigen Anstieg chinesischer Direktinvestitionen in Europa, die 2016 mit einem Wert von über 35 Milliarden Euro ihren Höhepunkt hatten, wuchs ebenso das Unbehagen um die damit womöglich angestrebten Motive, insbesondere der Verfolgung staatskapitalistischer Ziele durch die Volksrepublik, Stichwort: „Made in China 2025“ (Hutzschenreuter, Global Mergers & Transactions, TLE-004-2019).

  • Suchanek

    Rechnet sich Ethik für Unternehmen?

    Die im Titel formulierte Frage nach dem „business case“ von Ethik ist alles andere als neu. Doch ist deren Klärung offenbar schwierig. Denn das Thema wird seit Jahrzehnten immer wieder diskutiert, ohne dass sich eine eindeutige, aus theoretischer Sicht weithin akzeptierte und für die Praxis erfolgreich umsetzbare Antwort ergeben hätte. Dafür gibt es Gründe, die auch in jenem Paradox liegen können, das im Folgenden beleuchtet wird: dem Paradox, dass sich Ethik eher rechnet, wenn man nicht rechnet.

  • Heribert Anzinger

    Corporate Digital Responsibility – Standards, Rechtspflichten und Chancen

    Das Potential und die Vielfalt digitaler Geschäftsmodelle sind unüberschaubar groß. Automobilhersteller, Haushaltsgeräteproduzenten und Maschinenbauunternehmen wandeln sich und suchen Wertschöpfungsmöglichkeiten im Digitalen. Banken und Versicherungen wenden sich ihren riesigen Datenschätzen zu und werden durch die Innovationskraft junger Fintechs herausgefordert. Distributed Ledger-, wie die Blockchain-, und Smart Contract-Technologien sollen klassische Intermediäre ersetzen. Sinkende Transaktionskosten erlauben den Eintritt neuer Wettbewerber in lange abgesteckte Märkte. Plattformen der Sharing Economy verdrängen traditionelle Dienstleister. Big Data gilt als das neue Schwarze Gold und Data Science, Maschinelles Lernen und Sensorik sind die neuen Methoden, es zu schürfen.

  • Thomas Hutzschenreuter

    Grenzüberschreitende Unternehmensübernahmen und -beteiligungen

    Die Bundesregierung hat im Dezember letzten Jahres die Außenwirtschaftsverordnung verschärft. Bislang war es bis zu einer Grenze unterhalb von 25% für einen Nicht-EU bzw. Nicht-EFTA Investor möglich, Beteiligungen an Unternehmen im für die Bundesrepublik sicherheitsrelevanten Bereich ohne Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums einzugehen. Diese Beteiligungsgrenze von 25% wurde nun auf 10% gesenkt, was der Grenze entspricht, ab der man nach internationalen Standards die Motivation vermutet, einen kontrollierenden Einfluss auf ein Unternehmen in der Zukunft aufbauen zu wollen. Die Bundesregierung setzt damit ein wichtiges Signal, gerade auch im Hinblick auf chinesische Unternehmen, die sich in deutsche Unternehmen einkaufen möchten.

  • Karl-Martin Fischer

    Der Brexit hat eine Geschichte – aber seine Zukunft ist ungewiss!

    Nicht Viele wissen, dass das Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016 schon das zweite seiner Art war. Das erste Referendum fand im späten Frühling des Jahres 1975 statt, also bereits gut zwei Jahre nach dem Beitritts Großbritanniens in den damaligen Vorläufer der Europäischen Union, und es endete mit einer überwältigenden Mehrheit für den Verbleib in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.