• German Figlin

    Nimmt die COVID-19 Pandemie Luft aus den Goodwills raus?

    Am Ende des Geschäftsjahres 2018 lag der Wert des in den Konzernab-schlüssen der DAX 30 Unternehmen ausgewiesenen Goodwills bei ca. 294 Mrd. Euro. Der Anstieg wurde langfristig durch weltweite M&A Aktivitäten getrieben und konnte nicht einmal während der letzten Finanzkrise abgebremst werden. Die aktuelle COVID-19-Rezession erzeugt jedoch einen höheren Druck auf bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte und könnte nun das schaffen, was die Finanzkrise nicht geschafft hat. Umso wichtiger erscheint die Beschäftigung mit diesem als Vermögenswert definierten Bilanzposten und den potenziellen Auswirkungen auf die bereits erfassten Zahlen. Aber auch auf die künftigen Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. auf die bezahlten Kaufpreise der zugrunde liegenden M&A Transaktionen könnte der Ausbruch der Pandemie einen Einfluss haben.

  • Gerd Waschbusch

    Die bremsende Wirkung der Coronakrise auf die finale Umsetzung der Krisenregularien von Banken

    Die Finanzkrise der Jahre 2007 ff. offenbarte eine sowohl quantitativ als auch qualitativ erodierte Eigenkapitalbasis sowie unzureichende Liquiditätspolster der Kreditinstitute (BCBS, Basel III 2011, S. 1). Daher setzte Basel III bei diesen Schwachstellen an und formulierte strengere Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung der Banken. Zusätzlich wurden einheitliche Liquiditätsstandards für die Kreditinstitute verfasst (Hufeld, Möglichkeiten und Grenzen globaler Bankenregulierung, in Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Bankenaufsicht im Dialog 2017, S. 27). Mit dieser Überarbeitung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften soll die Widerstandskraft der Kreditinstitute gegenüber Stresssituationen im Finanzsektor erhöht sowie die Wahrscheinlichkeit künftiger Finanzkrisen verringert werden (Andrae, Regulierung und Aufsicht im Wandel, in Gendrisch/Gruber/Hahn (Hrsg.), Handbuch Solvabilität 2014, S. 5). Nun stehen Kreditinstitute ein Jahrzehnt später durch das Coronavirus vor der nächsten potenziellen Krise und die neuen aufsichtsrechtlichen Regularien werden sehr viel früher als erwartet auf Herz und Nieren geprüft.

  • Kai Lucks

    Der digitale Wandel bei M&A

    Die digitale Transformation hat auch bei Mergers & Acquisitions bereits tiefe Spuren hinterlassen. Möglicherweise entsteht daraus der größte Wandel auf dem Gebiet der Unternehmenszusammenschlüsse – eher schleichend und von vielen noch unbemerkt. Der Markt scheint sich bislang eher auf graduelle Veränderungen des klassischen M&A-Geschäfts zu konzentrieren.

  • Thomas Knauer

    Kaufpreisrisiken managen in unsicheren Zeiten: Was bringen Earnout-Klauseln?

    Die Einigung auf einen einvernehmlichen Kaufpreis für ein Transaktionsobjekt ist für die Vertragsparteien oft die größte Herausforderung im M&A-Prozess. Ursächlich hierfür sind insbesondere divergierende Einschätzungen bezüglich der künftigen Unternehmensentwicklung, welche die Basis für die Unternehmensbewertung darstellt. Regelmäßig wird die Zukunft dabei vom Verkäufer rosiger gesehen als vom potenziellen Käufer. Besonders evident wird diese Problematik in Phasen großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Aus Käuferperspektive stellt sich deshalb regelmäßig die Frage, inwiefern durch den Einsatz von Earnout-Klauseln Kaufpreisrisiken reduziert werden können.

  • Die makroökonomischen Kosten des aktuellen Deglobalisierungstrends

    Der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China sind Beispiele von aktuellen politischen Entwicklungen, die zu einem globalen Deglobalisierungstrend führen könnten. Stehen wir vor dem Ende der Globalisierungswelle, die seit dem Ende des zweiten Weltkriegs die Welt dominiert hat?

  • Stefan Bruckbauer

    Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen

    Bisher brachte das zweite Halbjahr 2019 nicht die erhoffte Entlastung der Weltwirtschaft, im Gegenteil, einige Konflikte haben sich in den letzten Wochen eher verschärft als reduziert. Dementsprechend kam es beim realen globalen Warenhandel erneut zu einem Rückgang, wobei besonders die Dynamik in den Schwellenländern sich reduzierte. Dazu kam noch der Angriff auf die Ölproduktionsanlagen Saudi Arabiens Mitte September, dessen langfristige Folgen derzeit noch nicht abschätzbar sind.

  • Philipp Steinberg

    Eine strategische Industriepolitik für das 21. Jahrhundert

    Die aktuellen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen erfordern eine strategische Industriepolitik, die den neuen Herausforderungen gerecht wird. Eine strategische Industriepolitik ist in der digitalisierten Plattformökonomie des 21. Jahrhunderts, die von Netzwerkeffekten und Pfadabhängigkeiten dominiert wird, vor allem deswegen unabdingbar, weil Investitionen mit großer Unsicherheit über die Zukunft und mit hohen Risiken verbunden sind.

  • Justus Haucap

    Kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht im digitalen Zeitalter

    Wie die Marktmacht von großen Internetkonzernen wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) wirksam beschränkt werden kann und einem etwaigen Missbrauch von Marktmacht gerade bei digitalen Plattformen wirksam Einhalt geboten werden kann, ist aktuell Gegenstand zahlreicher Gutachten und Literaturbeiträge. Exemplarisch genannt seien lediglich Schweitzer et al. 2018, ACCC 2018, OECD 2018, Crémer, de Montjoye & Schweitzer 2019 sowie Furman et al. 2019. Während sich die Beiträge in ihrem Fokus, ihrer Analyse und vor allem ihren Empfehlungen stark unterscheiden, gibt es auch bedeutende Gemeinsamkeiten.

  • Christoph Herrmann

    EU-Investment Screening Verordnung – Bleiben „Leifeld“ & Co in der Union?

    Mit dem stetigen Anstieg chinesischer Direktinvestitionen in Europa, die 2016 mit einem Wert von über 35 Milliarden Euro ihren Höhepunkt hatten, wuchs ebenso das Unbehagen um die damit womöglich angestrebten Motive, insbesondere der Verfolgung staatskapitalistischer Ziele durch die Volksrepublik, Stichwort: „Made in China 2025“ (Hutzschenreuter, Global Mergers & Transactions, TLE-004-2019).

  • Suchanek

    Rechnet sich Ethik für Unternehmen?

    Die im Titel formulierte Frage nach dem „business case“ von Ethik ist alles andere als neu. Doch ist deren Klärung offenbar schwierig. Denn das Thema wird seit Jahrzehnten immer wieder diskutiert, ohne dass sich eine eindeutige, aus theoretischer Sicht weithin akzeptierte und für die Praxis erfolgreich umsetzbare Antwort ergeben hätte. Dafür gibt es Gründe, die auch in jenem Paradox liegen können, das im Folgenden beleuchtet wird: dem Paradox, dass sich Ethik eher rechnet, wenn man nicht rechnet.