Über Global Mergers & Transactions

Die Anzahl grenzüberschreitender Unternehmensübernahmen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. In Zeiten einer zunehmenden globalen Verunsicherung müssen sich auch Unternehmensstrukturen stärker an sich ändernde Marktbedingungen anpassen. Bei einer Unternehmenstransaktion müssen einzelne ineinandergreifende Phasen eines Prozesses wirtschaftlich und rechtlich aufeinander abgestimmt sein. Im Vordergrund der Artikel stehen neben rechtlichen Fragestellungen zu Unternehmenstransaktionen und deren gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen auch volkswirtschaftliche Fragestellungen und deren Folgen auf die Veränderung globaler Marktbedingungen für das Wachstum und Akquisitionen von Unternehmen.


  • Christoph Herrmann

    Der begrüßenswerte Verordnungsvorschlag der EU Kommission zur Gewährleistung fairer Wettbewerbsbedingungen

    Die Vorteile der Integration des Binnenmarktes in die Weltwirtschaft erfordern faire globale Wettbewerbsbedingungen („level playing field“). Insbesondere der systemische Wettbewerb mit der Volksrepublik China und ihren zahlreichen subventionierten Staatsunternehmen bringt insofern besondere Herausforderungen mit sich. Wettbewerbsverzerrende Subventionen aus Drittstaaten zu neutralisieren, erweist sich jenseits des Einsatzes von Antisubventionszöllen auf eingeführte Waren bislang als schwierig. Die EU-Kommission hat nunmehr einen Verordnungsvorschlag präsentiert, der bestehende Regelungslücken schließen soll. Auch die grenzüberschreitende M&A‑Praxis ist von diesem betroffen.

  • Europäisches Einheitspatent: ein multilateraler, ein halbes Jahrhundert andauernder Gesetzgebungsprozess

    Am 9. Juli 2021 gab die Pressestelle des Bundesverfassungsgerichts die Entscheidung 2 BvR 2216/20 bekannt. Mit dieser Entscheidung wurde eine weitere Hürde für das Europäische Patent mit einheitlicher Wirkung genommen. Das Europäische Patentamt geht davon aus, dass der multilaterale, bereits ein halbes Jahrhundert andauernde Gesetzgebungsprozess des Europäischen Patents mit einheitlicher Wirkung in Bälde abgeschlossen sein wird.

  • Florian Bauer

    Target Screening – Ein zentraler aber stiefmütterlich behandelter Erfolgsfaktor für M&A

    Mergers & Akquisitions sind ein zentrales Instrument der strategischen Unternehmensführung, um Organisationen an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Diese Adaptierung kann passiv, reaktiv aber durchaus auch proaktiv geschehen. Trotz intensiver Forschung in den letzten 100 Jahren und der stetig steigenden praktischen Erfahrungen haben sich die Erfolgsraten kaum verändert und rangieren konstant zwischen 40-60%. 

  • Implikationen der COVID-19-Pandemie für M&A-Geschäfte

    Wie jede Wirtschaftskrise hat speziell auch die Covid-19-Pandemie erhebliche Auswirkungen für Unternehmen, speziell auch für deren M&A-Aktivitäten. Im nachfolgenden Beitrag seien einige der wichtigsten Implikationen – aus Perspektive des potenziellen Käufers eines Unternehmens – knapp erläutert.

  • Friedrich Sommer

    W&I-Versicherungen: Unbekanntes, aber lohnendes Instrument für den Deal-Abschluss?

    Bei M&A-Transaktionen ist der Kaufpreis oft ein zentrales Kriterium. Dennoch bestimmen weitere Komponenten des Vertrags den wirtschaftlichen Wert der Transaktion entscheidend mit. Dies betrifft gerade Komponenten, die die Risikoverteilung zwischen Käufer und Verkäufer beeinflussen, wie Garantien und Freistellungen (Warranties and Indemnities, W&I). Diese schützen den Käufer vor Vermögensminderungen, indem sie Risiko auf den Verkäufer überwälzen. Im angelsächsischen Markt entwickelte sich deshalb die W&I-Versicherung als Instrument, mit dem der Verkäufer das Risiko seinerseits überwälzen konnte. Neben dieser sog. Verkäufer-Police (mit dem Verkäufer als Versicherungsnehmer) sind inzwischen Käufer-Policen üblich. Da W&I-Versicherungen auch in Kontinentaleuropa zunehmend Verbreitung finden, lohnt ein Blick auf die Funktionen, die Ausgestaltung und die Gründe für die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung des Instruments.

  • Christian Fink

    Bilanzielle Abbildung von Software as a Service-Vereinbarungen nach HGB

    Das Cloud Computing hat dem Softwarenutzer in den letzten Jahren verstärkt die Möglichkeit eröffnet, Softwarelösungen schneller und kosteneffizienter einzuführen und einzusetzen. Dabei ist Cloud Computing nach der Definition des National Institute of Standards and Technology (NIST) als ein ortsunabhängiges Bereitstellungsmodell für die schnelle, bedarfsgetriebene Nutzung von Hard- und Softwarekapazitäten per Netzwerk zu verstehen, welches die exklusive oder gemeinsame Nutzung eines Pools konfigurierbarer IT-Ressourcen ermöglicht. Da Cloud Computing-Vereinbarungen v.a. hinsichtlich der genutzten Service- oder Lizenzmodelle sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können, hängt deren bilanzielle Abbildung in nicht unerheblichem Maße von der individuellen Vertragsgestaltung zwischen Cloud-Anbieter und Softwarenutzer ab.

  • Gerd Waschbusch

    Der Faktor „Mensch“ – Wesentliche Determinante der Kaufpreisfindung im Rahmen der Unternehmensnachfolge mittelständischer Unternehmen

    Die erfolgreiche Gestaltung der Unternehmensnachfolge stellt gerade für mittelständische Unternehmen eine der entscheidenden Herausforderungen zur Sicherstellung einer erfolgversprechenden Zukunft des Betriebs dar. Hierbei bildet die Kaufpreisfindung regelmäßig eine zentrale Hürde des Nachfolgeprozesses, welche den erfolgreichen Ablauf der Nachfolge und in der Folge auch die weitere Existenz des Unternehmens maßgeblich beeinflussen kann. Insofern kommt der durch zahlreiche betriebliche sowie außerbetriebliche Faktoren determinierten Findung eines für beide Seiten akzeptablen Kaufpreises enorme Bedeutung zu. Der Faktor „Mensch“ bestimmt in diesem Zusammenhang maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg der Unternehmensnachfolge.

  • Friedrich Sommer

    Vendor Due Diligence: Glaubwürdig für Käufer und lohnenswert für Verkäufer?

    Bei der Vendor Due Diligence beauftragt der Verkäufer einen unabhängigen Dritten damit, Informationen zu Chancen und Risiken des Transaktionsobjekts nicht nur kritisch darzulegen, sondern auch zu bewerten und zu würdigen – so als wäre die Prüfung nicht vom Verkäufer, sondern von einem potenziellen Käufer beauftragt worden. Der Vendor Due Diligence-Bericht wird als Ergänzung der sonstigen vom Verkäufer vorgelegten Dokumente (z. B. Informationsmemorandum oder Fact Books) zur Verfügung gestellt.

  • German Figlin

    Nimmt die COVID-19 Pandemie Luft aus den Goodwills raus?

    Am Ende des Geschäftsjahres 2018 lag der Wert des in den Konzernab-schlüssen der DAX 30 Unternehmen ausgewiesenen Goodwills bei ca. 294 Mrd. Euro. Der Anstieg wurde langfristig durch weltweite M&A Aktivitäten getrieben und konnte nicht einmal während der letzten Finanzkrise abgebremst werden. Die aktuelle COVID-19-Rezession erzeugt jedoch einen höheren Druck auf bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwerte und könnte nun das schaffen, was die Finanzkrise nicht geschafft hat. Umso wichtiger erscheint die Beschäftigung mit diesem als Vermögenswert definierten Bilanzposten und den potenziellen Auswirkungen auf die bereits erfassten Zahlen. Aber auch auf die künftigen Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. auf die bezahlten Kaufpreise der zugrunde liegenden M&A Transaktionen könnte der Ausbruch der Pandemie einen Einfluss haben.

  • Gerd Waschbusch

    Die bremsende Wirkung der Coronakrise auf die finale Umsetzung der Krisenregularien von Banken

    Die Finanzkrise der Jahre 2007 ff. offenbarte eine sowohl quantitativ als auch qualitativ erodierte Eigenkapitalbasis sowie unzureichende Liquiditätspolster der Kreditinstitute (BCBS, Basel III 2011, S. 1). Daher setzte Basel III bei diesen Schwachstellen an und formulierte strengere Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung der Banken. Zusätzlich wurden einheitliche Liquiditätsstandards für die Kreditinstitute verfasst (Hufeld, Möglichkeiten und Grenzen globaler Bankenregulierung, in Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Bankenaufsicht im Dialog 2017, S. 27). Mit dieser Überarbeitung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften soll die Widerstandskraft der Kreditinstitute gegenüber Stresssituationen im Finanzsektor erhöht sowie die Wahrscheinlichkeit künftiger Finanzkrisen verringert werden (Andrae, Regulierung und Aufsicht im Wandel, in Gendrisch/Gruber/Hahn (Hrsg.), Handbuch Solvabilität 2014, S. 5). Nun stehen Kreditinstitute ein Jahrzehnt später durch das Coronavirus vor der nächsten potenziellen Krise und die neuen aufsichtsrechtlichen Regularien werden sehr viel früher als erwartet auf Herz und Nieren geprüft.