Über Tax Compliance

Die Digitalisierung des Informationsaustausches zwischen Steuerbehörden und Steuerpflichtigen nimmt stetig zu. Dabei nutzen Unternehmen zunehmend Technologien, um Steuerprozesse zu optimieren und Berichtspflichten zu erfüllen. Damit einhergehend verändern sich die Rahmenbedingungen, wie Steuern zukünftig erhoben, verwaltet und verifiziert werden sollen. Zwar gibt die Abgabenordnung einen steuerlichen Verfahrensrahmen, doch ist damit die steuerliche (Tax) Compliance bereits ausreichend definiert? Im Vordergrund der Beiträge stehen Antworten auf die Auslegung künftiger Tax Compliance Anforderungen. Diskutiert werden beispielsweise Streitpunkte zur regelkonformen Erfüllung von Steuerpflichten und den damit verbundenen Haftungsrisiken, neuen Anforderungen an die steuerliche IT sowie Optimierungspotenzialen bei der Steuerplanung.


  • Austausch von Steuerinformationen und Joint Audits in der EU

    Im EU-Binnenmarkt haben Steuerpflichtige die Freiheit, über nationale Grenzen hinweg mobil zu sein, zu arbeiten und zu investieren. Da die direkte Besteuerung nicht EU-weit harmonisiert ist, kann diese Freiheit dazu führen, dass es einigen Steuerpflichtigen ungeachtet bestehender Doppelbesteuerungsabkommen gelingt, in den betroffenen Ländern nicht den korrekten Steuerbetrag zu entrichten. Die Steuerbehörden in der EU haben daher vereinbart, enger zusammenzuarbeiten, damit sie ihre Steuerpflichtigen korrekt besteuern und Steuervermeidung und Steuerhinterziehung bekämpfen können.

  • Jürgen Wessing

    Das geplante Verbandssanktionengesetz – Auswirkungen auf das Steuerstrafrecht

    Der Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft ist zwar noch nicht final durch das Gesetzgebungsverfahren, allerdings wird damit gerechnet, dass größere Veränderungen trotz maximaler Widerstände in Wissenschaft und Praxis und einiger Widerstände aus der Politik sich nicht durchsetzen werden. Ich behandle deshalb den Entwurf, als wäre er final. Er hat übrigens in seiner zweiten Fassung einiges an Kosmetik in der Überschrift erhalten: Vormals hieß er „Gesetz zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität“. Das war ehrlicher; der Diskussion zur Frage, ob Schuld als eine zutiefst menschliche Kategorie überhaupt auf Unternehmen angeknüpft werden kann, ist wohl diese Änderung geschuldet.

  • Heribert Anzinger

    Steuern und Digitalisierung – Technische Wege zu größerer Rechts- und Planungssicherheit („Tax Certainty“) im Steuer- und Steuerinformationsrecht

    Auf dem diesjährigen virtuellen European Tax & Legal Forum war eine Vortrags- und Diskussionsrunde weitsichtig den digi­ta­len In­no­va­tionen im Steuerrecht gewidmet. Der Titel des einschlägigen Panels lautete halb eng­lisch, halb deutsch „Tax + Digi­talisierung“. Der eng­li­sche Begriff „Tax“ war dabei feinsinnig gewählt, weil er sowohl den Gegenstand als auch die Funktion von Tax im Unternehmen be­schreibt. Für den prozess- und technikbezogene war hingegen tatsächlich der deutsche Begriff treffender, um ein Spektrum zu kenn­zeichnen. Lesen konnte man die Widmung des Panels danach aus zwei Richtungen: „Steuern der Digitalisierung“, mit Blick auf die Besteuerung neuer digi­taler Geschäftsmodelle, oder „Digitalisierung der Steuern“, mit der prozess- und technikbezogenen Perspektive des Besteuerungsverfahrens. Damit waren zwei gänzlich unter­schiedliche und doch verbundene Dimensionen eines Themas erfasst.

  • Carmen Bachmann

    Tax Compliance im Nachhaltigkeitsbericht – Welche DAX30-Unternehmen nehmen eine Vorreiterrolle ein

    Seit den 90er Jahren richtet sich der Trend in der Rechnungslegung hin zu einer ganzheitlichen Unternehmenspublizität im Sinne einer ausgewogenen und integrativen Berichterstattung, die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Belange unternehmerischen Handelns in sich vereint. Da der Finanzbericht aufgrund seiner quantitativen und vergangenheitsorientierten Ausrichtung diesem Ziel nur bedingt nachkommen kann, steigt seither die Bedeutung des Nachhaltigkeitsberichts als ergänzendes Kommunikationsmedium zwischen dem Unternehmen und den Abschlussadressaten. Die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten erfolgt in Deutschland auf freiwilliger Basis, sodass keine verbindlichen Vorgaben zu Inhalt und Aufbau existieren. Die Orientierung an einem der zahlreichen (nationalen und internationalen) Rahmenwerken wird jedoch empfohlen. Einige dieser Leitlinien beinhalten mitunter Anforderungen zu steuerlichen Themen (z.B. GRI, OECD Leitlinien für multinationale Unternehmen, SASB).

  • Robert Risse

    Digitalisierung in Steuern „steuern“ – Fragen über Fragen

    „Transformation“ der „Finance Functions“ ist eines der Buzzwords in dieser Zeit. Nur was bedeutet dies konkret für die Steuerfunktion oder Zollabteilung eines Unternehmens, für die Beratung und die Finanzverwaltung oder Zollbehörden? „Transformation“ beinhaltet richtigerweise eine digitale Unterstützung der verschiedenen Prozesse, die Tax und Trade Compliance sowie Tax & Zoll Planungen ausführen und unterstützen. Die Beispiele hierzu sind vielfältig.

  • Carmen Bachmann

    Wie kann ein TCMS bei multinationalen Unternehmen sinnvoll organisiert werden?

    Die Implementierung eines gesetzeskonformen Tax Compliance Management System (Tax CMS) steht für die Steuerfunktionen mittlerer und großer Unternehmen weltweit auf der Tagesordnung. Steuerliche Compliance-Vorschriften und die damit verbundenen Anforderungen an ein Tax CMS variieren jedoch zwischen den Ländern: In den einzelnen Staaten wird entweder ein auf Freiwilligkeit und Zusammenarbeit basierender kooperativer Ansatz verfolgt oder es existieren verpflichtende Regelungen.

  • Thomas Egner

    Tax Compliance im Handwerk

    Tax Compliance und Internes Kontrollsystem (IKS) werden regelmäßig mit Konzernen in Verbindung gebracht, ein Bezug zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird demgegenüber seltener hergestellt. Hervorzuheben ist deshalb die Handreichung „Tax Compliance für Handwerksbetriebe“, die 2019 durch die Bundessteuerberaterkammer und den Zentralverband des Deutschen Handwerks herausgegeben wurde.

  • Peter Fettke

    Der TaxTech-Würfel und das TaxTech-Haus zur digitalen Transformation der Steuerfunktion

    Zurzeit steht die Steuerfunktion vielfältigen neuen fachlichen Herausforderungen gegenüber, wie beispielsweise höheren Anforderungen an die Steuer-Compliance und einer zunehmenden Deregulierung des Steuermarktes, die einen Bedarfssog an neuen technischen Lösungen bewirken. Neben diesem Bedarfssog treiben innovative Informationstechniken zukünftige Innovationen voran. Hier sind vor allem zu nennen: Die digitale Verarbeitung sämtlicher Daten („Big Data“), leistungsfähigere und kostengünstigere Computer bei gleichzeitiger Verkleinerung der Geräte und schnellere Datenkommunikation, mobile Endgeräte sowie Smartphones. 

  • Hanno Durth

    Die unerwünschten Untermieter des Syndikusrechtsanwalts

    Der als Generalist ausgerichtete Syndikusrechtsanwalt ist in einer Vielzahl von Rechtsgebieten tätig. Diese reichen vom Arbeits-, Gesellschafts- und Konzernrecht über Datenschutz und IT-Rechtsfragen bis hin auch zu steuerstrategischen Fragestellungen. Die daraus resultierenden Risikofelder und Anforderungen an einem Compliance-konformen Verhalten der Syndizi sind beachtlich.

  • Christian Schwarz

    Verrechnungspreise: Der interne Fremdvergleich im Lichte der künstlichen Intelligenz

    Verrechnungspreise beschreiben Wertansätze für den Güter- und Dienstleistungsaustausch innerhalb von Unternehmen und Konzernen, welche nicht über Angebot und Nachfrage freier Märkte koordiniert werden. Sie sind vielmehr Subjekt einer zweckorientierten Bewertung durch Unternehmen. Aus der steuerlichen Perspektive sollen Verrechnungspreise hierbei das Ergebnis der Preissetzung zwischen fremden Dritte modellieren (Fremdvergleichsgrundsatz). Oftmals bilden Verrechnungspreise einen Schwerpunkt in steuerlichen Betriebsprüfungen bei multinationalen Unternehmensgruppen. Häufiger Ausgangspunkt kontroverser Diskussionen zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung ist dabei insbesondere die Einhaltung des Fremdvergleichsgrundsatzes „der Höhe nach“ (sog. Angemessenheitsdokumentation).